Am 22. Januar wird Geheimnis Nummer eins gelüftet. Dann präsentieren Halbangst ihren ersten Karnevalssong im Rahmen der „Jeck op Fortuna“-Party im Stahlwerk. Wer die rüstigen Rentner aus Düsseldorf kennt, weiß: Was sie anfassen, wird in der Regel zu Gold. Das gilt auch für den Karnevalswagen, den sie für den diesjährigen Rosenmontagszug bauen. Über dieses, jenes und vieles mehr sprach theycallitkleinparis mit H. Albangst.
Wie unzufrieden seid ihr Halbängstigen mit dem, was seit dem Saisonstart in Sachen Fortuna passiert ist?
Was ist denn passiert? Es ist doch eigentlich alles wie immer. Neue Spieler, neuer Trainer, unendliches Warten auf den Durchbruch. Das machen wir schon so lange mit, dass wir unsere ständige Unzufriedenheit gar nicht mehr merken.
Bringt Marco Kurz jetzt die Wende?
Es wäre sehr erfreulich, wenn es JETZT wäre und nicht erst nächste Saison in der dritten Liga.
Eure Prognose: Auf welchem Platz steht der Club am Saisonende und wie viele Trainer werden in 2016 verschlissen werden?
Den Platz an der Sonne schaffen wir nicht mehr, aber alles über Platz 16 reicht schon. Dann haken wir das Ganze wieder locker ab und suchen einen neuen Trainer – oder direkt zwei. Davon kann man nie genug haben.

Trotz des vielen Kummers: Am 22. Januar steigt im Stahlwerk die „Jeck op Fortuna“-Party. Dort präsentiert ihr erstmals euer jüngstes Werk. Was macht einen guten Karnevalssong aus?
Da sind wir die völlig falschen Ansprechpartner – wir kommen aus dem ernsten Fach. Wir können nämlich nichts, aber davon eine ganze Menge. Was wir mal mitbekommen haben: So ein Ding muss Ohrwurm-Potential mitbringen und auch nach 10 Bowlen im Refrain leicht mitzulallen sein.
Ohne zu viel zu verraten: In welche Richtung geht es musikalisch – Willy Millowitsch, Olaf Henning oder Klaus und Klaus?
In Richtung Kollo, nicht René, eher Dorthe. Und Angelo Branduardi. Aber nur wegen der Haare.
Von eurem eigenen Song einmal abgesehen: Welcher ist euer liebster Karnevalshit?
Puh… Da gibt es ja einige gute – leider aber alle aus der verbotenen Stadt. Deshalb: „Rot-Weiss“ und „Da schwimmt ne Kölner“ von den Düssel Disharmonikern.
Denkbar, dass Halbangst im Sommer auf Mallorca am Ballermann an den Start gehen? Da soll es 20.000 Euro pro Auftritt geben.
Nie im Leben – das überlassen wir den völlig Schmerzbefreiten und Dschungelcamp-Irren. Soweit sind wir noch nicht. Wir machen viel, aber vor allem: Alles nur für Bowle.
Auch für den Rosenmontagszug hat sich Halbangst was einfallen lassen. Ihr seid in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Wagen vertreten. Wer hat den gebaut, ihr selber? Wie lange wurde daran gearbeitet?
Wir haben gerade erst angefangen und noch einige Tage vor uns. Denn wir machen alles selber und wir versprechen euch: Das wird ein Hingucker.
Wie viel Kamelle habt ihr geladen?
Das wissen wir erst, wenn der „Stadtwerke Kamelleregen“ entschieden ist. Wenn ihr alle für uns votet, haben wir reichlich an Bord. Und ein paar Schals und T-Shirts aus der Halbangst-Kollektion sind dann auch dabei.
Den Begriff „Halbangst“ habt ihr von Otto Rehhagel stibitzt. Was genau hat er eigentlich damit gemeint?
Nix stibitzt. Rehhagel hat 2012 bei der Verhandlung vor dem Sportgericht nach dem Relegationsrückspiel in Düsseldorf rumgepreetzt wie ein Weichei und von 1943 und den Bomben in Essen gesprochen. Da hätte er Angst gehabt, in Düsseldorf eher so was wie Halbangst. Das klingt voll bescheuert, ist es auch und vor allem: auch wahr. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Ohne ihn gäb‘ es uns gar nicht.
Was macht Rehhagel eigentlich heute?
Alles, was Beate sagt.
Zurück zur Fortuna. Die wird vermutlich auch in Zukunft am besten mit viel Alkohol zu ertragen sein. Verratet ihr den Lesern das Rezept für die legendäre Halbangst-Bowle?
Gerne. Viel Spaß bei dieser exquisiten Blaubeer-Bowle, die immer Ausgangspunkt für den nächsten Song ist. Es kommt zwar keiner an Elses ran, aber wir versprechen: Hochgeistige Zutaten fördern hochgeistige Einfälle zutage. Probiert es aus. Und Schmerzen lindert sie auch.
Jeck op Fortuna-Party: 22.1., 19:11 Uhr, Stahlwerk, Düsseldorf
Unter kamelleregen.de kann man noch bis zum 29.1. abstimmen.
Rezept für Elses Halbangst-Bowle:
2 Flaschen trockener Weißwein (gekühlt), 2 Flaschen trockener Sekt (gekühlt), 200 ml Holunderblüten-Sirup, 500 g tiefgefrorene oder frische Himbeeren, 200 g frische Blaubeeren, ca. 10 frische Pfefferminzblätter, kleingeschnitten, ca. 2 cm geschälten, kleingehackten Ingwer; Zubereitung: Alles in einen Bowlentopf oder Glaspokal geben. Dann ungefähr so lange ziehen lassen, wie ein Relegationsspiel samt Platzsturm dauert. Und hopp in den halbängstlichen Kopp!
Nachzulesen in dem Buch „Die Arena kocht“