Spaziergänger:innen, die auch bei Wind und Wetter im Volksgarten unterwegs sind, dürften es in den vergangenen Tagen schon ausgemacht haben: das UFO. Auf der Ballonwiese, dort wo sonst Boule gespielt wird oder Würste gegrillt werden, ist die mobile Spielstätte der Deutschen Oper am Rhein gelandet.

Entwickelt hat den für maximal 30 Gäste konzipierten mobilen Theaterraum raumlabor berlin, ein Architekturkollektiv aus der Hauptstadt, das 2021 bei der Architektur-Biennale in Venedig für zwei seiner Projekte mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Für das UFO hat sich die Gruppe – insofern kommt der Name keinesfalls von ungefähr – von einem Raumfahrzeug inspirieren lassen, das sich zu verschiedenen Seiten öffnen kann. Das ermöglicht, dass je nach Bedarf kleinere Experimentier- und Begegnungsräume an- und abdocken können. Ein Bauwagen mit Tonstudio zum Beispiel. Oder eine transparente Blase.
Das Projekt, das vor dem Volksgarten bereits in Duisburg-Bruckhausen oder auf dem ehemaligen Glashüttengelände in Gerresheim Station machte, ist auf drei Jahre angelegt. Organisiert wird es von Michaela Dicu. Die künstlerische Projektleiterin hat zusammen mit der Dramaturgie der Deutschen Oper am Rhein die Ideen für das mobile Klanglabor entwickelt und umsetzt. Experimentelles Musiktheater und Tanz für Kinder stehen in den kommenden acht Wochen auf der Ballonwiese auf dem Programm. Vier Stücke hat das UFO an Bord. Eins davon entsteht direkt vor Ort: Die Uraufführung von „So oder so oder so“ wird am 24. November mit einem herbstlichen Familienfest rund um das UFO gefeiert.

Los geht es aber zwischen dem 16. und 19. Oktober mit „Die Geschichte vom blinden Vertrauen“. Die Tanzperformance für alle ab 6 Jahren wurde aus dem Märchen vom „Rattenfänger von Hameln“ entwickelt. Choreographin Hege Haagenrud stellt gemeinsam mit dem Komponisten und Violinisten Gregor Hübner die Frage, was eigentlich Vertrauen ist: Wem und warum bringen wir Vertrauen entgegen – und wann geht es verloren? Auf der Basis von Interviews mit Kindern im Vorschulalter hat Haagenrud eine Choreographie für drei Tänzer:innen entwickelt, die sich mit den gesprochenen Texten und der zugespielten Musik auseinandersetzen. Die Aufführung am 16. Oktober ist ausverkauft. Restkarten gibt es aber eventuell an der Abend- beziehungsweise Nachmittags-Kasse.
Zwischen dem 21. und 26. Oktober steht dann „Leichter getanzt als gesagt“ auf dem UFO-Programm. Unter Beteiligung von Tänzer:innen des Ballett am Rhein untersucht die Produktion, wie sich Wort und Bewegungen gegenseitig beeinflussen. Wer Lust hat, kann selbst aktiv werden und Impulse beisteuern – was dabei herauskommt, ist immer eine Überraschung. „So oder so oder so“ (ab 8 Jahren), zu sehen vom 24. November bis zum 15. Dezember, wird – wie bereits erwähnt – im UFO entwickelt und geprobt. Entstehen soll ein leichtfüßiges Musiktheaterstück über Identität und Selbstbestimmung. Die Revue von Komponist Tom Smith und Librettistin Heili Schwarz-Schütte begleitet allerlei bunte (Wunder-)Wesen durch das Leben und fragt, wer wir sein können und wollen: mal leicht und schwebend wie eine kleine rosa Wolke, mal wie ein Monster mit wilden Zottelhaaren. Wir können uns wie ein Tausendfüßler mit lauter linken Beinen fühlen – oder wie ein Glühwürmchen, das mal ganz für sich allein leuchten will. Die Tage sind unterschiedlich und wir sind es auch: eben so oder so oder so.

Bleibt „Als wir nicht wussten, wer wir waren“, die Geschichte einer Freundschaft ist vom 3. bis zum 7. Dezember im UFO zu erleben. Erzählt wird von der zehnjährigen Nicky, die von zuhause wegläuft, weil es dort nicht mehr zum Aushalten ist. Eine alte Dame, früher eine Operndiva, schreibt einen Erinnerungszettel nach dem anderen, um sich selbst nicht zu vergessen. Die Welt der beiden ist aus den Fugen geraten – bis zu dem Tag, an dem sie sich begegnen. Auf ihrem gemeinsamen Weg entdecken sie die Wirklichkeit der jeweils anderen und auch, dass sie zusammen weniger allein sind.
Tickets für alle Familienvorstellungen sind im Opernshop Düsseldorf sowie auf www.operamrhein.de erhältlich. Zudem werden an Werktagen vormittags zahlreiche Schulvorstellungen angeboten, zu denen der Eintritt lediglich 4 Euro pro Person beträgt. Dazu können Lehrer:innen einen kostenfreien Workshop buchen, Infomaterial ist ebenfalls erhältlich.
Bis 15.12.: Ballonwiese im Volksgarten